Wunderschöne Wasserfallfotografie im Windsor-Park

Dieses Mal kommt unser Foto des Monats aus England – und zwar aus einem der englischsten Orte, die es überhaupt gibt: Dem Windsor Great Park. Der umgibt das berühmte Windsor Castle, seit Menschengedenken Wochenendresidenz der englischen „Royals“. Doch um den Park soll es dieses Mal gar nicht gehen. Stattdessen schauen wir uns das Foto ganz genau an – und erklären, wie man selbst ein solches Foto aufnehmen kann!

Wasserfall-Fotografie: Ein kleines Tutorial

Wunderschön eingefangen: Ein Wasserfall im Windsor (Foto: William Warby, Creative Commons)

Denn eigentlich ist das gar nicht so schwierig, aber das Ergebnis macht trotzdem mächtig was her. Denn die lange Belichtung verleiht dem Wasserfall eine fast mystische Qualität und zeigt den Fluss des Wassers anschaulicher als das bei einem „normalen“ Foto der Fall wäre. Aber damit sind wir auch schon beim ersten Punkt: Die Kameraeinstellungen.

1. Die Kameraeinstellung

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Wasserfall wie auf unserem Foto des Monats zu fotografieren. Man muss nicht immer in den „Manual“-Modus der Kamera gehen, aber so hat man am meisten Freiheit. In diesem Modus setzen wir nun den ISO-Wert sehr niedrig an – 100 oder 200 sind vermutlich die richtige Einstellung. Die Blende hingegen machen wir recht weit zu – mindestens 8, vermutlich besser aber höher (im Foto: 22). Je höher der Wert, desto mehr Details sind nachher im Bild zu sehen. Die Belichtungszeit stellen wir sehr lang ein: Bei dem Abstand zum Wasserfall wie im Foto des Monats ist ein Wert von mind. 1,6 sinnvoll – im Foto hat sich unser Fotograf sogar für 5 Sekunden entschieden.

Auf einen Blick: ISO niedrig (100-200), Blende zu (8-22), lange Belichtungszeit (z.B. 5 Sekunden). Und mit diesen Werten dann einfach ein bisschen probieren, bis man das optimale Bild hat.

Wasserfall-Fotografie: Ein kleines Tutorial

Auch mit einem kleinen Wasserfall können tolle Effekte erzielt werden (Foto: Martin Cathrae, Creative Commons)

2. Die Ausrüstung

Damit das alles klappt, braucht man natürlich eine Kamera, die einen manuellen Modus unterstützt. Außerdem wird ein Stativ oder ein Tripod benötigt, denn Fotos mit einer so langen Belichtungszeit wie hier kann man nicht einfach aus der Hand schießen ohne das Bild zu verwackeln.

Wasserfall-Fotografie: Ein kleines Tutorial

Sehr schön: Das Wasser wirkt völlig schwerelos (Foto: Sera Photography, Creative Commons)

Außerdem wird immer wieder behauptet, man bräuchte einen ND-Filter oder ein Auslöser-Kabel für die Kamera. Beides ist nicht richtig. Die Aufgabe des ND-Filters ist es, die Sonne zu blockieren, denn bei langer Belichtungszeit wird das Foto sonst überbelichtet. Aber er sorgt auch dafür, dass das Licht sehr flach wird und genau das wollen wir ja nicht! Stattdessen also lieber auf die natürlichen Lichtverhältnisse und die Umgebung achten: Fotos wie das von William Warby lassen sich am besten kurz nach Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang schießen (oder an wolkigen Tagen). Und wenn das nicht geht, kann man sich natürlich Schatten zunutze machen wie auf dem Bild von Sera Photography zu sehen (oberer linker Bereich ist viel heller als der Wasserfall).

Ein Auslöser-Kabel ist genauso wenig notwendig. Damit das Bild nicht verwackelt einfach den Selbstauslöser verwenden.

Wasserfall-Fotografie: Ein kleines Tutorial

Auch hier: Helle Bereiche überbelichtet, außerdem sind die Farben zu grell – aber das Wasser ist toll getroffen (Foto: Zach Dischner, Creative Commons)

3. Der ganze Rest

Im Prinzip ist das Bild schon jetzt in der Kamera. Aber wenn die Technik stimmt, kommt natürlich noch die Bildkomposition hinzu. William Warby von unserem Foto des Monats hat das sehr geschickt gemacht und das Foto so angelegt, dass die komplette rechte Seite fast kein Licht, die komplette linke Seite natürliches Licht von oben erhält und schafft so eine sehr schöne Zweiteilung. Nicht alle Fotografen haben das so schön umgesetzt wie er – dennoch sind es sehenswerte Beispiele, an denen man erkennen kann, worauf es ankommt!

Jetzt gilt es also nur noch, einen Wasserfall zu finden!

Wasserfall-Fotografie: Ein kleines Tutorial

Schöne Bildkomposition mit Fokus auf der linken Seite (Foto: José Antonio Cartelle, Creative Commons)

Gibt es noch offene Fragen? Dann schreib einfach in die Kommentare und wir liefern die Antwort nach. Wenn Dir das Tutorial gefallen hat, freuen wir uns auch über einen Kommentar, dann machen wir das in Zukunft öfter!

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1 Kommentar
  • Kaufmann, Ingrid
    Mai 4, 2015

    Danke für das Wasserfall-Tuto. Nun beginnt ja die Urlaubszeit und sicherlich werden auch Wasserfälle/Wasserläufe usw. fotografiert… Ich werde meinem Computerclub auf diese Seite bzw. auf das Tuto aufmerksam machen – es ist sehr hilfreich.

    Freundliche Grüße Ingrid Kaufmann (alias Kellermaus)

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