Schwimmende Städte vor San Francisco

Wer zum ersten Mal die Entwürfe des Seasteading Institute sieht, muss unwillkürlich an ein kleines Kind denken, dass mit Buntstifen eine Stadt auf dem Wasser gemalt hat. Aber Wayne Gramlich und Patri Friedman, die Gründer des an der Westküste der USA ansässigen Institut meinen es mit ihren Floating Cities durchaus ernst – und haben bereits 2009 ein Patent für das „ClubStead“, ein schwimmendes Exil für 200 Personen eingereicht. Ihr Plan: Bis 2014 wollen sie in der San Francisco Bay Area, dem riesigen „Hafen“ der amerikanischen Küstenstadt die erste schwimmende Stadt errichten und bewohnbar machen.

Schwimmende Stadt vor San Francisco

Seasteading-Entwurf: Wie aus einem Kinderbuch (Entwurf: Seasteading Institute/András Gyorf)

Während mit ClubStead ein stationäres Konzept verfolgt wird, gibt man bei der Firma Blueseed mobilen Ansätzen den Vorzug. Die von zwei Mitarbeitern des Seasteading Institute gegründete Firma verfolgt das Ziel, ein Kreuzfahrtschiff so um zu bauen, dass es zu einem dauerhaften Zuhause für bis zu 1.000 Personen werden kann. Der Clou: Das Schiff soll 200 Seemeilen vor der US-Küste ankern – also in internationalen Gewässern mit eigener Jurisdiktion. Wer die Mikronation bewohnen soll, haben sich die Firmengründer auch schon überlegt: Für etwa 1.200 Dollar pro Monat möchten sie Computergenies, die im Silicon Valley aufgrund der US-Visa-Bestimmungen keinen Platz gefunden haben oder sich dort durch Gesetzesvorstöße wie das vieldiskutierte SOPA-Gesetz zu eingeengt fühlen, eine neue Heimat bieten. Bisher ungelöst ist dabei die Frage, wie die Computernerds auf dem Pazifik ausreichend schnelles Internet erhalten sollen.

Seasteading-Entwurf: „Oasis of the Seas“

Seasteading-Entwurf: „Oasis of the Seas“ (Entwurf: Seasteading Institute)

Doch so verrückt diese Idee in europäischen Ohren klingen mag, bei Amerikanern hat das Austesten von Grenzen Tradition – und so spricht der wichtigste Finanzier des Seasteading Institue, Peter Thiel, ganz im Sinne John F. Kennedys „final frontier“ davon, eine Grenze wieder zu entdecken. Mit dem Investment von Peter Thiel erhielt das Seasteading Institute dann auch nicht nur 500.000 Dollar Startkapital, sondern eine Menge Aufmerksamkeit. Denn der Investment-Manager ist in Kalifornien kein Niemand und hat in der Vergangenheit häufig einen guten Riecher bewiesen. Sein letzter 500.000 Dollar-Scheck ging an ein anderes Startup aus der Nähe: Facebook.

Seasteading-Entwurf: Rendering Freedom

Seasteading-Entwurf: Rendering Freedom (Entwurf: Seasteading Institute/Anthony Ling)

Entwurf: Seasteading Institute/SESU

Seasteading-Entwurf (Entwurf: Seasteading Institute/SESU)

Entwurf: Seasteading Institute/SESU

Seasteading-Entwurf (Entwurf: Seasteading Institute/Team3da)

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1 Kommentar
  • Seenahme
    Oktober 14, 2014

    Inzwischen ist Seasteading aus den Kinderschuhen entwachsen. Ende des Jahres wird vermutlich die erste Seestadt gebaut.